Wissenswertes

Das Wichtigste über die Stadt Leitmeritz in Stichworten:
Bezirksstadt an der Elbe in Nordböhmen (Sudetenland)

1057 Kollegiat-Kapitel zu St. Stephan gestiftet.
1227 Königliche Stadt durch Ottokar I. gegründet und mit Magdeburger Recht ausgestattet.
1419 Hussitenunruhen.
1633 Schwedische Truppen besetzen die Stadt.
1655 Gründung des Bistums Leitmeritz.
1680 Einweihung der Domkirche St. Stephanus.
1759 Einfall der Preußen im 7-jähr. Krieg.
1813 Durchmarsch preußischer Truppen.
1918 Die tschechoslowakische Republik wird ausgerufen und die Stadt erhält vorübergehend eine tschechische Verwaltung.
1919 Die Stadtverwaltung wird wieder deutsch. Bei der Gemeindewahl erhalten die deutschen Parteien 18 Mandate, die tschechischen 8 Mandate.
1921 Die Stadt zählt 1.261 Häuser, 16.988 Einwohner, davon 11.015 deutsch, 5.066 tschechisch, 164 jüdisch und 492 Ausländer. Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch, nur 782 gehören der evangelischen Kirche an, 500 bekennen sich zur jüdischen Kultusgemeinde.
1927 700-Jahrfeier der Stadtgründung.
1938 Eingliederung in das Deutsche Reich.
1939 17.267 Einwohner, 63 % deutsche, 37 % tschechische.
1945 8. 5. Die Verwaltung gelangt in tschechische Hände.
9. 5. Die Deutschen werden ihrer Freiheit beraubt und müssen weiße Armbinden tragen.
Russische Flieger bombardieren die Stadt. – Plünderungen, Misshandlungen und Gewaltakte gegen Deutsche sind an der Tagesordnung.
11.6. Beginn der Vertreibung der deutschen Bevölkerung.
1946 Im November ist die Vertreibung im Wesentlichen abgeschlossen.
1960 14.689 Einwohner tschechischer Nationalität.
1982 24.738 Einwohner tschechischer Nationalität einschließlich der Eingemeindung von Pokratitz, Mirschowitz, Hlinay, Tlutzen, Kundraditz, Welbine, Kamaik, Podiwin, Trnowan und Mlikojed.

Die Bischofstadt Leitmeritz
hatte 9 Kirchen und 4 Klöster:
Domkirche, Stadtkirche, Dominikanerkirche, Jesuitenkirche, Kapuzinerkirche, St. Adalberti-Kirche (z. Zt. geschlossen), Johanneskirche, Evang. Christuskirche, St. Wenzels-Kirche (jetzt russisch-orthodox), Dominikaner- und Kapuzinerkloster, Kloster der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Karl Borromäus, Kloster der Klarissinnen

Die Schulstadt Leitmeritz
hatte außer Volks- und Bürgerschulen folgende Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache:
Bischöfliches Priesterseminar, Gymnasium, Oberrealschule, Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt, Acker-, Obst- und Weinbauschule, Bischöfliches Taubstummeninstitut, Hilfsschule, Orchesterschule, Freie Schulgemeinde, Klosterschule, Koch- u. Haushaltungsschule.

Die Garnisonstadt Leitmeritz
hatte ein Korpskommando, Artillerie- und Landwehrkaserne, Genie-Lehranstalt

Geografische Daten:
Fulda: 50º 33’ 06.51“ Nord, 9º 40’ 43.84“ Ost
Leitmeritz: 50º 31’ 59.11“ Nord, 14º 08’ 00.84“ Ost

Die Entfernung zwischen Fulda und Leitmeritz beträgt in der Luftlinie 310 km (fast genau in östlicher Richtung).

Comments are closed.